PICS-Sprechstunde
Die Zeit nach der Intensivstation
Post-Intensive-Care-Syndome (PICS)
Was versteht man unter einem PICS-Syndrom?
Einige Patienten haben auch lange Zeit nach dem Aufenthalt auf einer Intensivstation noch schwerwiegende medizinische Beeinträchtigungen. Einige dieser Beschwerden hängen mit der Grunderkrankung zusammen. Allerdings gibt es auch typische Symptome, die in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Therapie auf der Intensivstation stehen. Die möglichen Folgen sind vielfältig und umfassen körperliche, kognitive und psychische Symptome.
Die Summe solcher Symptome nach einer Intensivtherapie bezeichnet man als Post Intensive Care Syndrome (PICS).
PICS-Sprechstunde
Strukturen für die Nachsorge von Patientinnen und Patienten nach einem Aufenthalt auf einer Intensivstation sind in Deutschland noch nicht gut ausgebaut.
Die PICS-Sprechstunde soll Patientinnen und Patienten nach einem Intensivaufenthalt helfen, solche spezifischen Folgen zu erkennen und eine entsprechende Therapie zu koordinieren und einzuleiten.
PICS (Symptome)
Das PICS kann sich durch eine Vielzahl von Symptomen äußern, darunter Muskelschwäche, Beeinträchtigung der Lungenfunktion und Atmung, der Herz-Kreislauf-Funktion, Störungen des Hormonhaushaltes, des Ernährungszustandes, Gedächtnisprobleme, Schlafstörungen oder Depressionen.
PICS-F (Family)
Die Familie und das soziale Umfeld sind bei einer schweren Erkrankung oftmals stark mitbetroffen. Studien haben gezeigt, dass viele Angehörige durch diese belastende Zeit selbst traumatisiert werden können und unter entsprechenden Symptomen leiden. Dieses bezeichnet man als PICS-Family.
Gleichzeitig sind enge Freunde und Angehörige eine wichtige Stütze während der Zeit auf der Intensivstation und in der Zeit danach. Die Herausforderungen sollten am besten gemeinsam angegangen und bewältigt werden.
Die Zeit nach der Intensivstation
Intensivmedizinische Nachsorge
Nach einer intensivmedizinischen Behandlung stehen viele Patienten und ihre Angehörigen vor neuen Herausforderungen.
Diagnostik nach der Intensivstation
Jeder Mensch ist einzigartig und die Verläufe auf der Intensivstation und in der Zeit danach sind sehr unterschiedlich. Somit stehen vor Beginn der Therapie die Anamnese und eine ausführliche Diagnostik der körperlichen Konstitution und Leistungsfähigkeit.
Wir nehmen uns die Zeit für Sie, die Sie brauchen.
Multimodale Therapieansätze
Nach der Diagnostik wird gemeinsam ein Therapiekonzept erstellt. Die Behandlung sollte multimodal erfolgen, also viele verschiedene Aspekte und Ansätze umfassen. Daher werden unterschiedliche Fachgebiete und Therapiebereiche in das Konzept mit eingebunden.
Potentialerhebung (AKI-RL)
Manchmal besteht die Notwendigkeit einer Beatmung auch nach der Intensivstation weiter. In diesem Fall ist eine aufwendige und hochqualifizierte pflegerischen Betreuung notwendig. Gemäß (AKI-RL) muss ab Juli 2025 vor der Verordnung der Außerklinischen Intensivpflege regelhaft eine sog. Potentialerhebung erfolgen. Sofern Sie in Ihrem Umfeld eine solche Potentialerhebung benötigen, können Sie sich gern mit der Praxis in Verbindung setzen.
Eine Genehmigung zur Durchführung der Potentialerhebung gemäß §37c SGB V liegt vor. Somit werden die Kosten der Potentialerhebung auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.